Anzahlungsaval
Im Geschäftsleben ist es für einen Käufer oft schwierig, die Seriosität und die Bonität seines Lieferanten oder Leistungserbringers abzuschätzen. Dies gilt ganz besonders im Außenhandel, wenn Ware oder eine Leistung im Ausland gekauft wird. Oft verlangt der Verkäufer eine Anzahlung, bevor er überhaupt mit der Produktion der gewünschten Ware beginnt. Es kann auch vorkommen, dass dem Verkäufer die finanziellen Mittel fehlen, um die gewünschte Menge herzustellen, die der Käufer geordert hat. Auch in diesem Fall wird häufig eine Anzahlung vom Käufer verlangt. Der Käufer möchte natürlich sicher gehen, dass seine Anzahlung nicht verloren geht, falls der Verkäufer oder der Fabrikant seiner Verpflichtung zur Lieferung oder Leistung nicht nachkommt. In diesem Fall bietet sich ein Anzahlungsaval an.
Ein Anzahlungsaval, das auch Avalkredit genannt wird, ist die Verpflichtung der Bank des Lieferanten, die Anzahlung an den Käufer wieder zurückzuzahlen, falls der Verkäufer seinen Lieferfristen oder Leistungspflichten nicht vertragsgemäß nachkommt.
Der Verkäufer oder der Lieferant zahlt an seine Bank eine Avalprovision für das Anzahlungsaval. Diese Provision richtet sich nach der Höhe der Anzahlung und wird entweder einmalig oder in regelmäßig zu zahlenden Raten berechnet. Für den Verkäufer ist die Provision für ein Anzahlungsaval aber auf jeden Fall günstiger als z.B. einen Kredit aufzunehmen, um mit der Produktion zu beginnen.
Da die Banken Anzahlungsavale nur an bonitätsmäßig einwandfreie Kunden vergeben, erhöht die Gewährung eines Anzahlungsavals auch die Bonität des Verkäufers und steigert so seine Chancen, Verträge abzuschließen, obwohl er dem Käufer noch völlig unbekannt ist. Außerdem hat einen Anzahlungkredit den Vorteil, dass der Kreditnehmer, anders als bei einem herkömmlichen Kredit, keine Sicherheiten stellen muss, um das Anzahlungsaval zu erhalten.
Auch für die Kreditinstitute haben Avalkredite den Vorteil, dass sie in der Bilanz nur als Eventualverbindlichkeiten ausgewiesen werden und so die Eigenkapitalbindung der Banken nicht so stark belasten wie reale Verbindlichkeiten. Dies macht sich in einem günstigen Zinssatz bemerkbar.
